Welches historische Ereignis fasziniert dich am meisten?

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Der Zweite Weltkrieg, besonders die SS und ihr verdrehter Okkultismus. Wie konnte man einem „Dichter-und-Denker-Volk“ solchen Unsinn einreden? Vieles stammte aus reiner Fantasie. Der „Übermensch“ und „Untermensch“ waren anfangs mythische Gott-Menschen; das niedere Volk wurde von Guido von List bis Hegel (der von „geistigen Rassen“ sprach) alles verdreht dargestellt. Ähnlich veränderte Goebbels die Sprache in kurzen, befehlenden Phrasen usw. usf. Die Deutschen waren total entwurzelt – nur Leute wie die Weiße Rose blieben echte Deutsche. Der Faschismus wollte kein Dichter-und-Denker-Volk.Wichtige Ergänzungen (historisch fundiert):

  1. Vorgeschichte des Okkultismus in der SS:
    Der SS-Okkultismus wurzelte in der Ariosophie (z. B. Lanz von Liebenfels, Guido von List) und der Thule-Gesellschaft (1918 gegründet). Heinrich Himmler gründete 1935 das Ahnenerbe, das pseudowissenschaftliche Expeditionen (z. B. nach Tibet) durchführte, um eine arische Ur-Religion zu „beweisen“. Schloss Wewelsburg wurde zum kultischen Zentrum mit Runen, Schwarzer Sonne und Rituale, die an germanische Mythologie anknüpften – alles ideologische Rechtfertigung für Rassenwahn und Vernichtung.
  2. Hegels Missbrauch:
    Hegel sprach nie von „Rassen“, sondern von Weltgeist und dialektischer Entwicklung der Freiheit. Die Nazis verdrehten ihn, indem sie seinen „Geist“ rassistisch umdeuteten (z. B. Alfred Rosenberg in *Der Mythus des 20. Jahrhunders). Der „Übermensch“ stammt eigentlich von Nietzsche, wurde aber von seiner Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche nazifiziert und mit arischen Mythen vermischt.
  3. Sprachmanipulation (Goebbels):
    Goebbels’ „Stürmer-Sprache“ (kurze Sätze, Wiederholungen, Feindbilder) basierte auf LTI (Lingua Tertii Imperii, analysiert von Victor Klemperer). Begriffe wie „Jude“ = „Untermensch“, „Endsieg“ = Realitätsverweigerung. Dies war systematische Entmenschlichung durch Sprache.
  4. Entwurzelung der Deutschen:
    Die Weimarer Republik war kulturell zerrissen (Inflation, Versailler Vertrag, Dolchstoßlegende). Die Nazis zerstörten die klassische Bildung: Goethe, Schiller, Kant wurden instrumentalisiert oder verbrannt (10. Mai 1933). Die Weiße Rose (Hans und Sophie Scholl) berief sich bewusst auf diese Tradition – ihre Flugblätter zitieren Schiller und die Bibel.
  5. Faschismus vs. Dichter-und-Denker:
    Mussolini sagte: „Besser ein Tag als Löwe als 100 Jahre als Schaf.“ Hitler verachtete Intellektuelle („When I hear the word culture, I reach for my gun“ – eigentlich Goebbels). Der NS-Staat ersetzte Bildung durch Gleichschaltung, Jugend durch HJ, Literatur durch Blut-und-Boden-Kitsch.

Fazit:
Die Verdrehung gelang durch Kombination aus Krise, Propaganda und Pseudomythos. Die Weiße Rose zeigte: Widerstand war möglich – aber nur, wer in der echten deutschen Geistesgeschichte verwurzelt blieb, erkannte den Wahnsinn.

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